Die Aufgabenträger im Nahverkehrsraum Augsburg haben den aktualisierten Nahverkehrsplan beschlossen. Er gilt seit dem 1. Januar 2026 und setzt den Rahmen für Ausbau, Qualität und Verknüpfung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) in Stadt und Region.
Der Nahverkehrsplan (NVP) von 2015 wurde grundlegend überarbeitet, um Angebot und Planung an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen. „Mit dem Nahverkehrsplan Augsburg 2026Plus liegt ein umfassendes Strategiedokument für Stadt Augsburg sowie die Landkreise Augsburg, Aichach‑Friedberg und Dillingen a.d.Donau vor“, erklärt Manuela Schaar, Geschäftsführerin des AVV.
Umfangreiche Daten- und Planungsanalysen sowie Beteiligung aller Akteure
Der NVP entstand mit Unterstützung spezialisierter Beratungsunternehmen in enger Abstimmung mit Aufgabenträgern und AVV. Grundlage waren Daten‑ und Planungsanalysen sowie Prognosen; zusätzlich wurden Kommunen, Verkehrsunternehmen und Interessenvertretungen in einem breiten Beteiligungsprozess eingebunden.
Langfristige Strategie für sich wandelnde Rahmenbedingungen
Bevölkerungswachstum, Pendlerverkehre und neue Siedlungs‑ und Gewerbeflächen erhöhen die Mobilitätsnachfrage in der Region. Der NVP beschreibt dazu eine langfristige Strategie für einen leistungsfähigen und klimafreundlichen ÖPNV – mit drei Hauptzielen:
- Strategischer Angebotsausbau entlang nachfragestarker Korridore
- Bedarfsgerechte Grundversorgung in der Fläche
- Vernetzte und flexible Mobilitätsangebote
Stärkung der Hauptachsen
Der NVP priorisiert den Ausbau nachfragestarker Hauptachsen als Rückgrat des ÖPNV. Dort sollen Takt, Zuverlässigkeit und Qualität gebündelt werden; zugleich wird der Busverkehr stärker auf Bahnhöfe und zentrale Umsteigepunkte ausgerichtet, um durchgängige Reiseketten zu erleichtern.
Weiterentwicklung des Augsburger Stadtverkehrs
Der Stadtverkehr Augsburg soll im Rahmen des NVP insbesondere durch folgende Maßnahmen weiterentwickelt werden:
- Einrichtung von Tangentiallinien, um Querverbindungen außerhalb des Zentrums zu stärken und Umwege über die Innenstadt zu vermeiden.
- Verbesserte Anbindung des Universitätsklinikums Augsburg, um dessen wachsende Bedeutung als Versorgungs‑ und Arbeitsstandort zu berücksichtigen.
- Stärkere Verzahnung von Regionalbus und Stadtverkehr, um Parallelverkehre zu reduzieren und die Umsteigequalität – insbesondere an den Schnittstellen zwischen Stadt und Umland – zu verbessern.
- Perspektivische Weiterentwicklung des Straßenbahnnetzes.
On‑Demand‑Verkehre „AktiVVo“
Ergänzend zu den Hauptachsen setzt der Nahverkehrsraum auf die AktiVVo‑On‑Demand‑Verkehre als Zubringer zum Linien‑ und Schienenverkehr. Fahrten werden per App oder Callcenter gebucht; die Fahrzeuge fahren nur bei Bedarf – besonders geeignet für dünner besiedelte Räume.
Intermodale Verknüpfungen
Der Nahverkehrsplan stärkt zudem intermodale Knotenpunkte, an denen der Umstieg zwischen ÖPNV, Park‑and‑Ride und Sharing‑Angeboten einfach möglich ist. Digitale Fahrgastinformationen und integrierte Ticket‑/Mobilitätslösungen sollen Reiseketten transparenter machen.
Barrierefreiheit als Querschnittsaufgabe
Barrierefreiheit bleibt ein zentrales Qualitätsmerkmal: Haltestellen, Fahrzeuge und Informationssysteme sollen so gestaltet werden, dass sie von allen Menschen genutzt werden können – unabhängig von Alter oder Mobilitätseinschränkungen.
Verbindlicher Orientierungsrahmen für die Zukunft des ÖPNV
„Mit dem aktualisierten Nahverkehrsplan liegt ein gemeinschaftlich erarbeiteter, verbindlicher Orientierungsrahmen vor“, sagt Schaar. Er bildet die Grundlage für weitere Planungen, Investitionen und politische Entscheidungen und unterstützt die Mobilitätswende im Nahverkehrsraum Augsburg.
Interessierten steht der gesamte Nahverkehrsplan auf der AVV-Website unter www.avv-augsburg.de/nahverkehrsplan zum Download zur Verfügung.
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